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Haus Daus - Geschichte

Geschichte des Hauses Daus Die Kunstdenkmäler des Kreises Wittlich von Ernst Wackenroder: In diesem Buch wird auf Seite 1165 das Haus Daus beschrieben. Hierbei handelt es sich um eines mit der Stadtgeschichte eng verbundenes Anwesen. Mit breiter Front, erbaut auf älteren Mauern, im wesentlichen vom Jahre 1686 (Aufmessung von Cl. Mehs im Denkmälerarchiv zu Bonn). Die ein-, zwei- und dreiteiligen Rechteckfenster mit verkröpften, aber sonst vereinfachten Rahmen, ebenso die nebeneinander gelegten Haustüren dieses Doppelhauses; seitlich eine große Toreinfahrt. An der älteren Hoffront befinden sich zweiteilige spätgotische Fenster mit Kielbogen und gekerbten Flächen auf dem glatt gerahmten Sturz, (16. Jahrhundert).

Es sind die ältesten Fenstersteine in der Stadt Wittlich und vermutlich von der Steinmetz Familie Daus angefertigt, sowie schmale Fenster mit nicht ganz herunter geführter Halbkreishohlkehle, von Profilen begleitet. Hofseitig liegt zu ebener Erde eine Wohnstube (heute Gastraum) reich ausgestattet mit einer Stuck versehenen Kölner - Balkendecke und einer breiten Kaminwand, dekoriert mit Nischen und Spätrenaissanceornament in den Zwickeln. Das Anwesen ist seit 1587 im Besitz der Familie Daus. Das Doppelhaus Karrstrasse 19 - 21, ehemals ein Adelssitz, dann Bauernhof , heute Gasthaus, wurde 1686 umgebaut durch Baumeister Conrad Wolff mit spätgotischen Resten aus dem 15. und 16. Jahrhundert im Innern Kölner - Balkendecke und Takenwand mit Renaissanceornamenten. Die ehemalige Scheune stammte von 1714; beachtenswert der Hof.

Im Jahre 1980 wurde das Haus im Rahmen der Stadtsanierung restauriert und am 01.01.1981 wurde das Gasthaus Daus eröffnet.

 

Ein Haus erzählt seine Geschichte

Geschichte des Hauses DausIch das Doppelhaus Karrstraße 19 – 21 (Kahrstraße 265 - 266) - ehem. ein Adelssitz - bis 1971 Bauernhof – seit 1981 Gasthaus, möchte mich bei Ihnen vorstellen. Ich stamme von 1686 mit spätgotischen Resten aus dem 15. und 16. Jahrhundert; beachtenswert der Hof.

Sie verbringen einige Zeit in meinen Mauern – und ich könnte mir denken, dass Sie meine Geschichte interessiert. Wo ich stehe reichen die Wurzeln zurück bis zum Jahre 1152. Da wurde ich das erste Mal urkundlich erwähnt. Wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, befand sich der erzbischöfliche Hof und ab 1215 auch die erzbischöflichen Kelteranlage auf dem Grundstück.

Der Platz war gut gewählt, hatte der Erzbischof von hier doch die allerschönste Aussicht auf den Friedhof. Er suchte sich diesen Platz aus, um sich Inspiration zu holen und um Kraft und Atem für das Leben in der Großstadt zu tanken.

Es ist also nicht verwunderlich, dass sich auf dem Hof seit 1532 das Gasthaus „Zum Bären“ in meinen Mauern befand. Im Jahre 1587, als mich die Familie Daus übernahm, stand auf der ersten Etage „im Festzimmer“ wo sich heute die Bibliothek befindet, ein großer Refektoriumstisch. In diesem Raum wurden die Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela oder auf dem Pilgerweg nach Rom bei ihrer Einkehr bewirtet. Aus dieser Zeit befinden sich die Gästebücher in der Stadtbibliothek zu Trier. Im Jahre 1980 wurde durch die äußerst rührige Familie im Rahmen der Stadtsanierung eine Teilrenovierung meines Hauses durchgeführt.

Am 01. Januar 1981 wurde wieder in meinen Mauern ein Gasthaus eröffnet. Zum Glück habe ich aber einen großen Freundeskreis – was ich da alles zu hören bekomme, Lachen, Ideen, hochfliegende Gedanken und Träume schwirren durch meine Räume. Seit über 25 Jahren finde ich, ist es wieder sehr aufregend und ich bin stolz darauf, ein beliebter Treffpunkt Wittlicher Bürger zu sein, und dass Gäste, die aus der ganzen Welt in meine Mauern einkehren, hier bewirtet werden. Das Lachen, die Gedanken und das Wohlfühlen sind wieder zurückgekehrt.

"Schön, dass Sie hier sind - genießen Sie bei uns eine erholsame Zeit"

 

Das Haus Daus in der Karrstraße 19 bis 21

En Haus erzählt seine Geschichte ...Das Haus Daus, nicht nur den Kunsthistorikern, sondern vor allem den Wittlichern ein Begriff, wurde mit Straßenfront und großer Tordurchfahrt 1686 in der Art eines Einfirsthauses ausgeführt. Die Hofseite beweist mit ihren spätgotischen Fensterpaaren (hohlkehlig profilierte Gewände) dass es sich im Kern um einen beträchtlich älteren Bau handelt. Im Haus- inneren sind Kölnische Balkendecken und eine mit Renaissance – Orna-menten reich verzierte Takenwand zu bewundern. Während der Erbauer des Anwesens bis heute nicht bekannt ist, können der Datierung des Hauses Daus einige dendrochronologische Proben 2) zugrundegelegt werden, die von etwa1500 bis um etwa 1700 reichen. Offensichtlich ist die Anlage mehrfach umgebaut worden 1).

Bei dendrochronologischen Untersuchungen (Altersbestimmung des Holzes) des Institutes für Ur- und Frühgeschichte der Universität in Köln stellten die Wissenschaftler im Jahre 1989 folgende Daten am verarbeiteten Holz fest: Der 103 Jahresringe umfassende Treppenhaus-pfosten mit dem Endjahr 1470 datiert unter Einbeziehung des fehlenden Splintholzanteiles von 20+/- 5 Jahresringen frühestens in die Zeit um 1490 +/- 5. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass bei diesem Treppenhauspfosten mehr als 50 bis 70 Kernholzringe abgebeilt worden sind, so dass ein Fällungsdatum nach 1550 auszuschließen ist. Der Unterzug (insgesamt 61 Jahres-, davon 15 Splintringe) mit Waldkante (Fällungsjahr: 1648) ist zeitlich nicht identisch mit dem Treppenhauspfosten, sondern gehört einer späteren, umfangreicheren Umbauphase (1648/49) an. Diese wird auch belegt durch den Deckenbalken, der 136 Kernholzringe aufweist und mit seinem jüngsten erhaltenen Jahresring in das Jahr 1628 datiert. Da sich dieser Jahresring annähernd an der Kern-/Splintholzgrenze befindet, dürfte dieser Baum unter Berücksichtigung von 25+/- 5 Splintholzringen 4) um oder unmittelbar nach 1653 +/- 5 gefällt worden sein.

Da zwei der sechs untersuchten Deckenbalken (Nr. 6 und 7) der Tordurchfahrt noch Waldkante aufweisen (Fällungsjahr jeweils 1705), lässt sich eine größere Baumaßnahme in diesem Bereich des Hauses Daus zeitlich genauer fassen: 1705/06. Diese Bauzeit wird unterstützt durch zwei weitere Deckenbalken (Nr. 4 und 5), die mit ihren jüngsten erhaltenen Kernholzringen in das Jahr 1672 bzw. 1677 datieren. Addiert man den fehlenden Splintholzanteil von ungefähr 25+/-5 Jahresringen, so kommt als Fällungsintervall um oder nach 1697 +/-5 bzw. 1702 +/-5 in Frage. Die übrigen beiden Deckenbalken dieser Tordurchfahrt (Nr. 8 und 9; ohne Splintholz) scheinen in eine frühere Zeit zu gehören. Ihre jüngsten Jahresringe wurden in den Jahren 1572 bzw. 1587 ausgebildet. Diese Bäume können frühestens um 1600 gefällt worden sein. Selbst wenn überdurchschnittlich viele Kernholzringe verloren gegangen sein sollten, ist eine zeitliche Übereinstimmung mit den ersten vier Balken der Tordurchfahrt aufgrund der früheren Anfangsjahre nicht möglich, da sich Eichen mit über 300 – 350 Jahresringen in keinem anderen Beispiel nachweisen lassen 2). Beim „ Haus Daus“ handelt es sich um einen zweigeschossigen Bau mit unregelmäßigen angelegten, pfostengeteilten Fenstern, alle Gewände sind mit Ohren versehen, auf den Stürzen des Doppelportals ist die Jahreszahl 1686 eingemeißelt, mit einem linksseitig prächtigen Tor aus Sandstein mit breiten Fugen. Die ältere Hoffront zeigt, wie bereits dargelegt, spätgotische Fensterpaare mit hohlkehligem, profiliertem Gewände. Sturz mit Kielbogen. Im Hausinneren noch kölnische Balkendecken und eine reich verzierte Kaminwand mit Renaissance – Ornamenten 3). Das Doppelportal führt links zu einem schmalen Gang, während sich rechts unmittelbar die ehemalige Flurküche anschließt; an ihrer Rückseite – zum Hof hin – liegt eine kleine Wohnstube mit stuckierter kölnischer Balkendecke. Die gemeinsame Mauer zwischen diesen beiden Mauern ist - von der Stube betrachtet – mit einer Takenanlage geschmückt, die von einem breiten Sandsteingesims mit Rundstab begrenzt wird. Unterhalb des parallel geführten mittleren Gesimses war in einem 116 X 116 cm großen Hohlraum, der jetzt vermauert ist, eine Takenplatte angebracht. Daneben ist der Platz für den Beilegerofen deutlich sichtbar. Die Rundungen darüber – Links in der Breite der Öffnung für die Takenplatte, rechts als Muschelädikula – und die pilasterähnlichen Seitenflächen zeigen als Dekor ein übereinandergelegtes Plättchenmuster und in den Bogen- zwickeln frei empfundene Blütenformen, wie sie von Wittlicher Bauten der Steinmetzfamilie Wolff Ende des 17. Jahrhunderts und nur 1700 bekannt sind. Es ist denkbar, dass die auf dem Doppelportal mitgeteilte Jahreszahl von 1686 auch für die Takenwand Gültigkeit besitzt, die stilkritisch gesprochen – noch Formen einer späten Renaissance bewahrt hat. Die zur Takenanlage gehörige , Feuerstelle in der geräumigen Küche wurde – vielleicht schon im 18. Jahrhundert? – insofern verändert, als man einen Backofen anfügte und für ihn den direkten Zugang von der Flurküche zur Wohnstube versperren musste. An der Küchenseite waren nun in einer sicherlich drangvollen Enge Feuerstelle, Backofen und die Feuerung für den Beilegerofen der Stube vereint, der dann weiter genutzt werden konnte. Eine Bauaufnahme von 1910 verdeutlicht den Standort des heute nicht mehr erhaltenen Backofens und belegt, wie unbequem er zu bedienen war, nämlich von einem ausgesprochen kleinen Vorplatz zwischen Ofen und Hausmauer 4). Nach M. Ohnmacht 5) ist das Haus Daus ein besonders gutes Beispiel einer Objektsanierung unter Erhaltung der historischen Substanz, soweit es irgend möglich war. Das aus der Spätgotik stammende, 1686 gründlich modernisierte, verputzte Steinhaus konnte trotz der Einrichtung eines Restaurants, des Einbaus von Wohnungen mit modernstem Komfort und des Dachausbaus den Charakter des historischen Wohnhauses sowohl außen wie auch innen erhalten. Als besonderes Prunkstück des Restaurants ist die ehemalige Wohnstube mit einer durch Weintrauben und Weinranken geschmückten Stuckbalkendecke und einer reich verzierten Sandstein Kaminwand hervor zu heben. Im Hauptgastraum wurde die teilweise notwendig gewordene Erneuerung der einfacher gehaltenen Stuckbalkendecke entsprechend dem noch vorhandenen alten Vorbild durchgeführt. Der Lange Zeit funktionslose Holzpfeiler wurde wieder als Stütze der Holzbalkendecke aufgestellt. Ein weiterer Gastraum im Erdgeschoß und einige Wohnräume im Obergeschoß konnten ebenfalls in der alten Art erhalten bleiben. Äußerlich wurde das historische Außenbild durch Entfernen des modernen Verputzes und durch Anbringen eines mit der Hand aufgetragenen, glatteren Putzes und Weglassen des nicht historischen Sockels wiederhergestellt, sieht man von dem zu hoch liegenden Gehweg ab, der dem Haus etwas von seiner ursprünglichen Höhe nimmt. Die Sprossenfenster (Bleisprossen) erhielten die für 1686 flachen Fensterscheiben. Die Reklame wurde dezent in gotischer Schrift auf die Hauswand gebracht. Sie beeinträchtigt so nicht die Wirkung der Fassade mit den mehrfach profilierten, nach Befund gestrichenen Sandsteingewänden. Diese Haus könnte Vorbild für weitere Restaurierungen von Steinhäusern sein.

Am 1. Januar 1981 eröffnete die Familie Peter Daus, deren Vorfahren bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts in diesem Hause nachweisbar sind, das heutige „Restaurant Daus“ in der Karrstrasse 19-21.

Anmerkungen

  • Klaus Freckmann, Das Bürgerhaus in Trier und an der Mosel, Tübingen 1984, S. 162-163
  • Brief der Frau H. Köhren -. Jansen M.A., Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln,
    vom 20.03.1989 an Herrn Peter Daus, Wittlich
  • Klaus Freckmann, Stadt Wittlich, Rheinische Kunststätten Heft 199,2; Auflage 1982, S. 25
  • Klaus Freckmann, Takenheizungen in der Südwesteifel und an der Mosel, in: Landeskundliche Vierteljahresblätter 28, 1982, S. 155-167, S. 161
  • Klaus  Freckmann: Kleine Hausgeschichte der Mosellandschaft, Köln 1989
    ISBN 3-7927-1140-0 oder ISBN 3-7927-1832-4
  • Frau Mechthild Ohnmacht, Denkmalpflege in unserer Zeit, in: Jahrbuch 1982 des Kreises Bernkastel-Wittlich,
    S. 18-21; vgl. auch zur Beschreibung des Hauses Daus: Ernst Wackenroder, Wohnhaus Kahrstraße 19/21 Daus- in: Kunstdenkmäler des Kreises Wittlich, Düsseldorf 1934, S. 355, und Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Rheinland – Pfalz, Saarland, Deutscher Kunstverlag, 1984, S. 1144.
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